Historischer  Verein  Landsberg  am  Lech  e.  V.
 

Berichte aus dem Vereinsleben 2019

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Donnerstag, 30. Mai 2019 (Christi Himmelfahrt): Auf den Spuren von Lorenz Luidl

 Vier Kirchen zwischen Ammersee und Lech waren das Ziel einer Halbtagesfahrt des Historischen Vereins zu Arbeiten des Bildhauers Lorenz Luidl. In Hagenheim, Oberfinning und den beiden Uttinger Gotteshäusern hat der Künstler, der vor genau 300 Jahren starb, besonders zahlreiche oder besonders gelungene Skulpturen hinterlassen.

So konnten die fast 50 Teilnehmer in der Pfarrkirche von Hagenheim nicht nur zwei Leuchterengel und einen Hl. Dominikus von Lorenz Luidl bewundern, sondern auch eine Hl. Katharina, die von Experten als „meisterhaft“ und mit „Gesichtszügen von frischer, lieblicher Anmut“ gerühmt wird. Exkursionsleiter Dr. Albert Thurner beleuchtete kurz Leben, Werk und Stil des berühmten Landsberger Bildhauers; er erläuterte Erkennungsmerkmale wie Faltenwurf und Körperdrehung, berichtete aber auch von den hohen Produktionszahlen der Luidl-Werkstatt: Allein im Landkreis Landsberg werden den Luidls an die 600 Skulpturen zugeschrieben.

Dass diese Zuordnungen nicht immer sicher sind, konnte in den Uttinger Kirchen gezeigt werden, wo gleich mehrere Heiligenfiguren mal als Werk von Vater Lorenz, mal von Sohn Johann Luidl oder sogar von ganz anderen Bildhauern beschrieben wurden. In der Leonhardskirche gelten heute die Tabernakelfiguren, ein Christus Salvator und ein Hl. Josef eindeutig als Arbeiten von Lorenz Luidl. In der Pfarrkirche konnten die Teilnehmer eine bemerkenswerte Verkündigungsgruppe mit Maria und dem Erzengel Gabriel aus der Hand von Vater Lorenz bestaunen.

Ein Hochfest für Luidl-Liebhaber bildete schließlich die Pfarrkirche von Oberfinning. Von den Figuren der Seitenaltäre über mehrere Skulpturen im Langhaus bis hin zur Ölberggruppe im Vorzeichen stammt fast der gesamte Figurenschmuck der Kirche von Lorenz Luidl. Zuletzt kam noch ein Hl. Antonius als Eremit aus der 1880 abgebrochenen Kapelle von Oberbeuern nach Oberfinning. Das monumentale Kruzifix in der Kirche gilt dagegen schon wieder als Werk des Sohnes Johann Luidl.

Die Exkursionen des Historischen Vereins auf den Spuren von Lorenz Luidl finden ihre Fortsetzung am 3. August mit einer Halbtagesfahrt nach Prittriching, Scheuring und Weil.

Die Exkursionsteilnehmer bei der Besichtigung der Uttinger Leonhardskirche. (Bild: Albert Thurner)

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Samstag, 11. Mai 2019: Tagesfahrt mit Dr. Werner Fees- Buchecker zu Werken von Lorenz Luidl in Bayerisch - Schwaben nach Hiltenfingen, Schwabmünchen, Wehringen, Mickhausen, Ziemetshausen und Balzhausen:

Lorenz Luidl hat viele Werke im heutigen Bayerisch-Schwaben geschaffen, vor allem in Mittelschwaben. Wir besichtigten Kirchen und Kapellen in Hiltenfingen, Schwabmünchen, Wehringen, Mickhausen, Ziemetshausen und Balzhausen. Besonders stachen dabei die Figuren des Hochaltars in der frisch renovierten Frauenkirche Schwabmünchen (got. Bau mit Netzgewölbe im Chor) und der Anna-Altar der Pfarrkirche in Ziemetshausen (Bau 1688-94 von Johann Schmuzer und mit reichem Stuck, ebenfalls von Schmuzer ) hervor. In der hoch am Berg gelegenen Pfarrkirche in Mickhausen standen sowohl der Mesner als der Ortschronist bereit um uns die Luidlfiguren im Hochaltar und die Hl. Sippe am Seitenaltar zu erläutern. In Balzhausen rundeten noch weitere interessante Luidl-Figuren in der sonst geschlossenen Leonhardskapelle die Kenntnis des Werkes von Lorenz Luidl in Bayerisch Schwaben ab.

Foto: Josef Heilrath

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Ostermontag, 22.04.2019: Emmausgang mit Dr. Werner Fees-Buchecker von Kaufering nach Epfenhausen

Der Emmausgang 2019 war ein Beitrag zum Gedenken an das 300. Todesjahr von Lorenz Luidl (+1719), von dem (und seinem Sohn Johann ) sich sehr viele Werke in der Pfarrkirche St. Johann in Kaufering befinden. Die Kirche wurde von Michael Natter erbaut mit erstrangigem Stuck von Johann und Josef Schmuzer. In der Kirche Mariä Himmelfahrt in Epfenhausen (erbaut 1715 durch Josef Schmuzer ) gab es außer wertvoller Barockausstattung viele Werke von Johann Luidl zu besichtigen. Sein Vater Lorenz steuerte die Ölbergfiguren in der Ölbergkapelle außen am Turm bei. Dank des herrlichen Wetters, das die Teilnehmer schon beim Wandern verwöhnte, konnte der Emmausgang im Biergarten des Gasthofs Brücke in Kaufering ausklingen.

vor der Kirche in Epfenhausen, Foto: Claudia Buchecker

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Montag, 08.04 2019 Mitgliederversammlung

Nach den Berichten der Vorsitzenden, dem Kassenbericht und dem Kassenprüfungsbericht, konnten heuer besonders viele Mitglieder für Ihr Vereinsjubiläum gehrt werden.

In ihrem Bericht hob Frau Knollmüller drei Veranstaltungen hervor:
1. Im Juni 2018 wurde in einem Festakt der sog. Verfassungsstein im Eng. Garten, der an die erste bayrische Verfassung von 1818 erinnert, wieder der Bevölkerung übergeben. Der HV hat sich dabei um die Restaurierung des Steins und seine Wiederaufstellung bemüht und gekümmert.
2. Die sehr beeindruckende Ausstellung unter der Trägerschaft des HV, die von Volker Gold, Franz Xaver Rößle und Wolfgang Schönfeld ausgedacht und zusammengestellt wurde, vom 13. bis zum 30. November 2018 im Alten Rathaus mit dem Titel „…unerwünscht“ 1938-Schicksalsjahr der Juden in Landsberg“.
3. Eine Freude für den HV war auch der Festabend Ende Januar 2019 zu Ehren des 80. Geburtstags von Anton Lichtenstern.
Der Mitgliederstand entwickelte sich weiter kontinuierlich nach oben: er betrug bei der Jahreshauptversammlung 770 Mitglieder

Ehrung langjähriger Mitglieder

Heuer können 15 Mitglieder 25-jährige, fünf vierzigjährige, zwei 50 jährige und Frau Ingrid Ludwig sogar 60 Jahre Vereinszugehörigkeit feiern (diese ist leider verhindert). Frau Knollmüller gratuliert für 50-jährige Treue zum Verein zuerst Herrn Heinrich Pflanz (Frau Gertrud Regele ist verhindert, ebenso wie die fünf vierzigjährigen Jubilare Hermann Endres, Anni Leber, Annemarie und Herbert Rist, und Franz Sepp) und dann für 25-jährige Mitgliedschaft Frank Blum, Elisabeth Bräuer, Georg Eberle, Joseph Escher ,Volker Gold, Maria Gutmann, Peter Kirndorfer, Brigitte Martini und Ruth Sobotta (hier sind Alois Epple, Werner Hemmrich, Thomas Herbst, Dietmar Pfaff, Christine Spring und Pfr. Martin Jung verhindert) und überreicht den Anwesenden eine Urkunde und ein Buchpräsent.

vlnr: Ingrid Lorenz, Volker Gold, Maria Gutmann, Brigitte Martini, Ruth Sobotta, Peter Kirndorfer, Heinrich Pflanz, Georg Eberle, Elisabeth Bräuer, Joseph Escher, Frank Blum, Sigrid Knollmüller / Foto: Max Unger
















Den Abschluss bildete ein Vortrag von Dr. Rainer Gottwald über „Goldblattkreuze – frühchristliche Glaubenszeichen der Alamannen und Bajuwaren“.

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Freitag, 25.1.2019: Festabend im Rathausfestsaal Landsberg

Anlass der Feier war der 80. Geburtstag, den unser Ehrenmitglied Anton Lichtenstern im Dezember 2018 feiern konnte. Im Rahmen dieser Feier verlieh Professor Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine und des Verbandes Bayerischer Geschichtsvereine, die Ehrennadel des Verbandes der bayerischen Geschichtsvereine an Herrn Lichtenstern. Anton Lichtenstern ist seit über 50 Jahren Mitglied im Historischen Verein und war langjähriges Vorstand- und Beiratsmitglied. In vielen seiner Bücher und Schriften zu den unterschiedlichsten Themen aus Stadt und Landkreis hat er auch immer die Anliegen des Historischen Vereins vertreten. Seit Jahrzehnten publizierte er in den jährlich erscheinenden Landsberger Geschichtsblättern immer wieder Beiträge zu Besonderheiten aus Stadt und Landkreis. Bei diesem sehr gut besuchten Festabend brachten neben der ersten Vorsitzenden des Historischen Vereins, Sigrid Knollmüller auch Oberbürgermeister Neuner für die Stadt Landsberg und die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz für den Landkreis den Dank für sein langjähriges Wirken an Herrn Lichtenstern zum Ausdruck.

Im Anschluss daran stellte der Schriftleiter, Werner Fees-Buchecker, den Neuen Jahrgang der Landsberger Geschichtsblätter 2019 vor, für die in bewährter Weise Herr Claus Hager das Layout und die Bildbearbeitung übernommen hatte. Die vielen anwesenden Autoren bekamen dann die ersten Exemplare druckfrisch überreicht.

Professor Treml überreicht Anton Lichtenstern die Ehrennadel des Historischen Vereins Landsberg / Foto Susanne Greiner


jeweils von links: 1. Reihe: Gerhard Werthan, Franz Xaver Rößle, Volker Gold, Thomas Pfundner, Paul Jörg, Anton Lichtenstern / hintere Reihe: OB Mathias Neuner, Sigrid Knollmüller, Ruth Sobotta, Claus Hager, Harald Knoll, Werner Fees-Buchecker, Walter Eichner / Foto Susanne Greiner

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Samstag, 19. Januar 2019:

Krippenfahrt mit Dr. Werner Fees-Buchecker nach Schongau und Oberammergau

Bei unserer diesjährigen Krippenfahrt an einem herrlichen Wintertag mit viel Schnee organisierte die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau, Frau Heide Krauthauf, für uns in Schongau ein schönes Besichtigungsprogramm. Nach einer modernen Krippe in der modernen Kirche Verklärung Christi in Schongaus Weststadt, fuhren wir zur Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit Deckenfresken von Matthäus Günther und Stuck u.a. von Dominikus Zimmermann. Dort gab es eine große Jahreskrippe zu bestaunen deren Kernbestand an Figuren auf das 17./18. Jahrhundert zurückgeht. Beide Krippen erläuterten uns mit Herzblut die jeweiligen Krippenbetreuer und beide Kirchen fundiert Herr Stadtpfarrer Marxer, früher Pfarrer in Kaufering. Danach konnten wir noch das barocke Gebäude der heutigen Musikschule besichtigen mit Stuck von Josef Schmuzer und einem Fresko der Geburt Christi von F. Wassermann in der ehemaligen Hauskapelle. Oberammergau war und ist ein Zentrum der Krippenschnitzkunst. Im neugestalteten Oberammergauer Museum wurde diese mit besonders schönen Weihnachtskrippen, wie der ehem. Pfarrkirchenkrippe, durch eine sehr interessante Führung gezeigt. Auch in der wunderschönen Rokoko-Pfarrkirche ( 1737/42 durch Joseph Schmuzer erbaut ) gab es wieder eine vielfigurige Weihnachtskrippe zu sehen. Im Ort besichtigten wir noch mehrere der schönen Lüftlmalereien aus dem 18. Jahrhundert, wie am Pilatus- bzw. am Forsthaus, und vielen anderen Häusern.

Pilatushaus Oberammergau / Foto: Max Unger


Krippenfiguren im Museum Oberammergau / Foto: Max Unger


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