Historischer  Verein  Landsberg  am  Lech  e.  V.
 

Berichte aus dem Vereinsleben 2019

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Mittwoch, 18. September – Sonntag, 22. September 2019:
Das Erzgebirge und seine spätgotischen Bergmannsdome

Die diesjährige fünftägige Studienfahrt führte den Historischen Verein nach Sachsen ins Erzgebirge, in eine Region, die viel Unbekanntes für die Mitreisenden bereithielt. Die Reise begann in  Zwickau, dem sog. „Tor zum Erzgebirge“, mit einer Besichtigung der alten Handelsstadt und der berühmten spätgotischen Hallenkirche St. Marien. Von hier aus führte der Weg nach Freiberg, dem Beginn der sog. „Silberstraße“, die von Ost nach West bis nach Schneeberg reicht. Neben dem Kennenlernen der bergmännischen Tradition waren es vor allem immer wieder die berühmten, großen spätgotischen Bergmannsdome, die in den einzelnen Städten die Bewunderung und das Erstaunen der Mitreisenden erregten. Alles begann um 1168 in der alten Bergstadt Freiberg mit dem großen „Berggeschrey“, dh. mit dem Auffinden großer Silbervorkommen. Groß und sehr reich machte der Silberbergbau einst die Städte entlang der Silberstraße, was man nicht nur an den mächtigen spätgotischen Hallenkirchen, sondern auch am jeweiligen Stadtbild ablesen kann. So gehört z.B. der Obermarkt in Freiberg mit seinen Häusern aus Spätgotik und Renaissance zu den schönsten Plätzen in Sachsen. Und der große Bergmannsdom St. Marien ist -neben der berühmten „Silbermann-Orgel“- mit erlesenen Kunstwerken ausgestattet. Ganz anders dagegen erlebt man das Stadtbild von Marienberg, der nächsten Station unserer Reise. Die Stadt wurde  zu Beginn des 16. Jahrhunderts planmäßig auf dem Reißbrett entworfen, denn für den Erbauer war das Vorbild Marienbergs die Idealstadt der italienischen Renaissance mit ihren regelmäßigen Grundrissen. Die alte Bergbaustadt wird deshalb als „die Krone der Renaissance“ im Erzgebirge bezeichnet. Das nächste Ziel bei der Weiterreise entlang der Silberstraße war die Stadt Annaberg-Buchholz. Diese alte Bergstadt, die ehemals zu den reichsten Städten in Sachsen gehörte- reicher selbst als Dresden oder Leipzig –, liegt beeindruckend auf einem Bergrücken, dominiert von der prächtigen St. Annen-Kirche, einer der schönsten und größten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands, berühmt durch ihre prächtige Innenausstattung, wie z.B. durch den beeindruckenden Bergaltar des Hans Hesse. Natürlich gehörte in dieser Bergmannsstadt auch der Besuch eines Silberbergwerks und eines Hammerwerks dazu, um die alten Handwerkstechniken genauer kennen zu lernen. Die letzte Bergmannsstadt auf der Reise entlang der Silberstraße war schließlich Schneeberg, schon ganz im Westen des Erzgebirges gelegen. Mit Stolz trägt die Stadt den Beinamen einer „Barockstadt“, denn nach einem Brand zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt im Stil des Hoch- und Spätbarocks wieder aufgebaut. Wahrzeichen der Stadt ist der mächtige Bergmannsdom St. Wolfgang, der im 2. Weltkrieg zwar schwer zerstört, aber vollständig wiederaufgebaut wurde. Seit 1996 beherbergt er wieder den berühmten Altar von Lucas Cranach d. Ä. Natürlich darf bei einer Reise ins Erzgebirge ein Besuch im Spielzeugdorf Seiffen, dem bekannten Zentrum der traditionellen Schnitzkunst, in dem das ganze Jahr über Weihnachten herrscht, nicht fehlen. Angefüllt mit vielen Erlebnissen und neuen Eindrücken zur Bergbaugeschichte des Erzgebirges, zu Landschaft und Kultur kehrte die Reisegruppe nach Hause zurück.(Sigrid Knollmüller)

Erker in Freiberg / Foto: Reinhold Knollmüller


Tulpenkanzel im Freiberger Dom / Foto: Reinhold Knollmüller


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag 03.08.2019: Lorenz Luidl im nördlichen Landkreis Landsberg

Ein weiteres Mal lud der Historische Verein zu einer Exkursion auf den Spuren des Landsberger Barockbildhauers Lorenz Luidl, dessen 300. Todestages heuer gedacht wird. Unter der Leitung von Dr. Albert Thurner besichtigten die 35 Teilnehmer recht unterschiedliche Bildwerke Luidls in den Kirchen von Scheuring, Prittriching und Weil.

So beherbergt die Johanniskirche von Scheuring zwei beeindruckende, überlebensgroße Skulpturen einer Muttergottes im Strahlenkranz und eines Erzengels Michael von Lorenz Luidl. Wie Pfarrer Friedrich Kahnert den Besuchern erklärte, gehörten beide Figuren ursprünglich zum barocken Hauptaltar, der 1884 aber durch eine neugotische Ausstattung ersetzt wurde. Ebenfalls von Luidl sind hier ein sitzender Papst Silvester mit Stier und ein Kruzifix im Chorbogen.

Von den großen Scheuringer Figuren ging es dann zur filigranen Täufergruppe von Luidl auf dem Taufstein der Pfarrkirche von Prittriching – ein gerne übersehenes Kleinod in diesem stolzen und prächtig ausgestatteten Gotteshaus. So stammt zum Beispiel das Altarblatt des Hauptaltares von niemand geringerem als dem bedeutenden Barockmaler Johann Georg Bergmüller. Lorenz Luidl werden hier noch die vier Heiligenfiguren im Vorzeichen der Pfarrkirche zugeschrieben.

Höhepunkt der Fahrt war die Prittrichinger Frauenkirche, die fast komplett von Lorenz Luidl ausgestattet wurde. Altarfiguren, Dachungsengel und die Figuren an der Barockkanzel stammen allesamt aus der Hand des Landsberger Meisters – darunter ein für Luidl seltenes Relief des Guten Hirten an der Kanzelrückwand und ein meisterhafter, weil nahezu schwebender Posaunenengel auf dem Schalldeckel. Nicht umsonst wird die zentrale Veranstaltung des Landkreises am Tag des offenen Denkmals, der heuer Lorenz Luidl gewidmet ist, am 8. September in der Prittrichinger Frauenkirche stattfinden.

Den Abschluss der Exkursion bildete schließlich Weil. In der Pfarrkirche St. Mauritius konnten Pfarrer Martin Rudolph und Kirchenführerin Gisela Meindl auf die Tragfigur einer Marienkrönung und auf eine Ölberggruppe von Lorenz Luidl verweisen, während die großen Apostelfiguren an den Kirchenwänden schon von Luidls Sohn und Nachfolger Johann stammen. Ein kurzer Fußmarsch zur Wolfgangkapelle mit ihrer Kreuzigungsgruppe von Vater Luidl bildete schließlich den Abschluss dieser Luidl-Fahrt in den nördlichen Landkreis.

Luidl-Kruzifix in der Scheuringer Johanniskirche / Foto Helga Döllner


Erzengel Michael von Lorenz Luidl in der Scheuringer Johanniskirche / Foto Helga Döllner

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag 06.07.2019: Manching und Kranzberg/Bernstorf

Eine Reise in die Vergangenheit

Auf eine Zeitreise von mehr als 5000 Jahren Menschheits- und Kulturgeschichte begab sich der Historische Verein Landsberg, denn seine Studienfahrt führte zu zwei bedeutenden Orten der Vor- und Frühgeschichte in Bayern. Der erste Besuch galt den Resten der bronzezeitlichen Burg von Bernstorf, einem Ortsteil von Kranzberg. Bei Ausgrabungen fanden sich hier Überreste einer gewaltigen  Holz-Erde-Mauer mit vorgelagertem Grabensystem. Die Mauer umschloss eine Fläche von knapp 13 ha und ist somit die größte Befestigung dieser Art nördlich der Alpen. In der mittleren Bronzezeit, also so um 2500 v. Chr., war der befestigte Platz oberhalb der Amper offenbar ein wichtiger Kult- und Handelsplatz mit Kontakten weit über die Alpen hinaus. Leider ist dieser wichtige historische Platz weiterhin vom Kiesabbau bedroht, so dass bis heute noch große Teile der Anlage nicht ausgegraben und untersucht sind. Was aber ausgegraben und gefunden wurde, lieferte überraschende Erkenntnisse. 1998 kam es zu einem „Jahrhundertfund“, denn Hobby-Archäologen entdeckten den Goldschatz von Bernstorf und zwei Jahre später einzigartige Stücke aus Bernstein. Die Untersuchungen an Goldschatz und Bernsteinfunden ergaben, dass die Art der Bearbeitung des Bernsteins und die Reinheit des Goldes auf Mykene hinweisen, dem bedeutenden Zentrum bronzezeitlicher Hochkultur in Griechenland. Doch hat die „versunkene Stadt“ – so eine Sage – noch viele ihrer Geheimnisse nicht freigegeben, denn die wissenschaftlichen Untersuchungen sind noch lange nicht abgeschlossen. In einem kleinen aber feinen Museum, dem „Bronzezeit Bayern Museum“, kann man die wichtigsten Funde bewundern. Viele Jahrhunderte später- so um 500 v.Chr. - tauchten dann die Kelten in der Region auf. Das keltische „Oppidum“ von Manching, das zweite Ziel der Studienfahrt, war vor mehr als 2000 Jahren eine der größten und bedeutendsten Städte der Kelten in ganz Mitteleuropa. Auch hier wurden - in jahrzehntelangen Ausgrabungen- spektakuläre Funde geborgen, die heute im „kelten römer museum“ von Manching hervorragend präsentiert werden. Mit Hilfe der fachkundigen Führungen durch die Ausstellungen konnten die Mitreisenden nicht nur einen der größten Goldschätze dieser Zeit oder das weltweit einmalige goldene „Kultbäumchen“ bestaunen, sondern erhielten auch umfangreiche Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der Kelten. Nicht vergessen darf man beim Besuch des Museums, sich auch den Fundstücken aus der Römerzeit zu widmen, die alle aus dem ehemaligen römischen Militärlager in Oberstimm bei Manching stammen. Konnte man in Bernstorf eine Ausgrabung in ihren Anfängen miterleben, so präsenteierte sich das Museum in Manching als moderner Museumsbau am Rande des monumentalen Wallringes der ehemaligen Keltenstadt. Um wieder zurück in die Gegenwart zu gelangen, besuchten die Mitreisenden zum Abschluss der Studienfahrt den „Klosterbräu“ in Bergen bei Neuburg an der Donau. Nach einer Brotzeit und der Besichtigung einer sehr schönen Rokokokirche, einer Wallfahrtskirche zum HL. Kreuz, die auf den Fundamenten einer romanischen Vorgängerkirche ( mit noch vorhandener romanischer Krypta ) erbaut wurde, konnten sich die Mitreisenden gestärkt auf den Heimweg begeben.

Sigrid Knollmüller

Römer-Kelten-Museum Manching / Foto Helga Doellner
Rokoko-Kirche Bergen / Foto Helga Doellner
Rokoko-Kirche Bergen / Foto Helga Doellner

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag 22.06.2019: Doppeljubiläum in Walleshausen

Auf Einladung von Herrn Franz Welz unternahm der Historische Verein Landsberg eine Halbtagesfahrt nach Walleshausen. Anlass war das Doppeljubiläum: 250-jährige Wiederkehr des Geburtstages von Dr. Josef v. Miller und das 65-jährige Jubiläum des ersten Privatmuseums im Landkeis, dem Museum von Herrn Welz, gegründet von seinem Vater Heinrich Welz. Walleshausen liegt an der jungen Paar und wird im 1. Drittel des 10. Jh. im Güterverzeichnis des Benediktiner-Klosters Wessobrunn genannt. Vom Ortsadel erlangte das Augustiner-Stift Polling 1354 das Patronatsrecht.

Dieses errichtete neben der Pfarrkirche den 2. Blickfang des Ortes: den prächtigen Bau des Pfarrhofs. 1803 kehrte dorthin der letzte Propst, Joh. Nep.Daisenberger, als Pfarrer zurück. Sein Grab befindet sich in der Kirche. Mit einem Prolog von Schwester Pia OP.(+) aus Landsberg begrüßte Herr Welz die Gäste, im Gewand eines Mönchs, in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Diese zählt zu den wertvollsten Kirchen im Landkreis. Einzigartig ist, dass trotz des Marienpatroziniums die Verehrung der hl. Magdalena im MIttelpunkt steht. Die ursprüngliche Statue der Heiligen ist verschollen. Z.Zt. laufen Bemühungen das Werk wieder aufzufinden.

Ein besonderes Privileg für die Gruppe war es, dass Pfr. Wagner die Pforten des Pfarrhauses für einen Besuch öffnete. Diese Sommerresidenz der Pollinger Pröpste gilt als einer der kostbarsten Pfarrhöfe der Diözese Augsburg. Neben den wunderbaren Stuckdecken bewunderten die Besucher auch den Palmesel, der 1951 durch die Bemühungen des Historischen Vereins aus dem Museum in Landsberg wieder nach Walleshausen heimkehrte.

Nach der Besichtigung von Kirche und Pfarrhaus ging es zur Klostermühle mit dem Heimatmuseum von Herrn Welz. Am Haus befindet sich eine Marmortafel, die an den dort am 18.März 1769 geborenen Dr. Josef v. Miller erinnert. Er verbrachte seine Gymnasialjahre von 1779-1784 in Polling. Durch Spenden konnte Josef Miller Jurist werden und die Doktorwürde erlangen. Später erfolgte die Ernennung zum Hofgerichts-Advokaten und zum königlich bayr. Rat. 1811 wurde er von Köng Max in den erblichen Adelsstand erhoben.

Schließlich führte Herr Welz ebenso sachkundig wie humorvoll durch einen Teil seiner mit viel Liebe zusammengetragenen Schätze. Diese reichen von kleinen Bodenfunden bis zu Haushaltsgegenständen des vorigen Jahrhunderts, wie z.B. Kochgeschirr, Bügeleisen usw. oder religiösen Kostbarkeiten. Nach so viel Gesehenem und Gehörtem aus vergangenen Zeiten mundete allen Teilnehmern der Kaffee und die vorzüglichen Kuchen im Museumsgarten. Mit herzlichem Dank an Herrn Welz und seinem fleißigen Team ging es nach einem erlebnisreichen und interessanten Nachmittag zurück nach Landsberg.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Doppeljubiläumsjahr findet am Sonntag, 14.Juli 2019 um 14.00 Uhr auf dem Museumsgelände statt. Bei dieser Festveranstaltung, unter der Schirmherrschaft von Altlandrat Walter Eichner, spricht Prof. Dr. Ferdinand Kramer über den berühmten Sohn von Walleshausen, Dr. Josef v. Miller.

Die ehemalige Klostermühle, Geburtshaus Dr. Josef von Millers, heute Heimatmuseum / Foto Helga Döllner


Erinnerungstafel an Josef von Miller / Foto Helga Döllner


Die Gruppe in der Pfarrkirche Walleshausen / Foto Helga Döllner
Der Museumsbesitzer Franz Welz mit den beiden Vorsitzenden des Historischen Vereins Sigrid Knollmüller und Ingrid Lorenz / Foto Helga Döllner


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag, 15. Juni 2019: Historischer Verein in Tirol

Ein Tagesausflug führte eine große Gruppe des Historischen Vereins zu kleinen Kostbarkeiten in Tirol, westlich von Innsbruck und im Sellraintal zu Orten, die besonders durch den Wintersport bekannt sind.

Zuerst stand ein Besuch des Krippendorfs Oberperfuss auf dem Programm. Die Bürgermeisterin führte in 2 Gruppen durch das Ortsmuseum. Peter Anich (1723-1766), ein Sohn der Gemeinde schuf neben Globen eine exzellente Karte Tirol, den Schatz des Museums. In der Pfarrkirche erzählte uns der Führer sehr humorvoll über deren Besonderheiten. Der zweite Höhepunkt war Kematen. Der Ortschronist zeigte uns die barocke Pfarrkirche, die als Besonderheit einen Turm mit drei übereinander liegenden Zwiebelhauben besitzt.

In Axams führte uns der Gemeindepfarrer nicht nur durch die hervorragend renovierte Kirche, sondern zeigte und erklärte auch die wertvolle Monstranz. Eine Überraschung war auch ein Blick in das "Widum", eine Kapelle im stattlichen Pfarrhaus mit weltlichen und religiösen Fresken um1330. Anschließend stand die prächtige Pfarr- und Wallfahrtskirche St.Peter und Paul in Götzens, eine der schönsten Barockkirchen überhaupt, auf dem Programm. Den Blendgiebel füllt ein Fresko mit der Allegorie der siegreichen Kirche von Matthäus Günther. Auch die Deckenfresken stammen von ihm. Der Raum ist mit feinem grau-goldenem Stuck von Franz Singer überzogen. Die Kirche ist auch Gedenkstätte für den ehemaligen Dorfpfarrer Otto Neururer, der 1940 von den Nationsozialisten ermordet wurde.

Weiter führte die Fahrt ins Sellraintal nach Sellrain-Rothenbrunn, einem schon im 15. Jahrhundert belegtem Eisenbad. Die Kirche St. Anna wurde von Leopold Praxmarer außen mit Kreuzwegstationen bemalt.

Die letzte Station der Fahrt war die Kirche St. Sigmund. Der geschichtsträchtige Ort geht auf eine Stiftung von Erzherzog Sigmund zurück. Vom Kirchenschiff aus gelangt man in den früheren, mit Fresken von 1486 geschmückten Urkirchenraum.

Nicht nur mit vielem neuen Wissen auf kunsthistorischem und historischen Gebiet zu den Schätzen Tirols, sondern auch beeindruckt von der großartigen Gebirgslandschaft, durch die Thomas Eisele den Bus sicher steuerte, kehrten alle Teilnehmer wohlbehalten zurück.

Kirche in Kematen / Foto: Eva Becken


Pfarrkirche Sellrain/Rothenbrunn / Foto: Eva Becken


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Donnerstag, 30. Mai 2019 (Christi Himmelfahrt): Auf den Spuren von Lorenz Luidl

 Vier Kirchen zwischen Ammersee und Lech waren das Ziel einer Halbtagesfahrt des Historischen Vereins zu Arbeiten des Bildhauers Lorenz Luidl. In Hagenheim, Oberfinning und den beiden Uttinger Gotteshäusern hat der Künstler, der vor genau 300 Jahren starb, besonders zahlreiche oder besonders gelungene Skulpturen hinterlassen.

So konnten die fast 50 Teilnehmer in der Pfarrkirche von Hagenheim nicht nur zwei Leuchterengel und einen Hl. Dominikus von Lorenz Luidl bewundern, sondern auch eine Hl. Katharina, die von Experten als „meisterhaft“ und mit „Gesichtszügen von frischer, lieblicher Anmut“ gerühmt wird. Exkursionsleiter Dr. Albert Thurner beleuchtete kurz Leben, Werk und Stil des berühmten Landsberger Bildhauers; er erläuterte Erkennungsmerkmale wie Faltenwurf und Körperdrehung, berichtete aber auch von den hohen Produktionszahlen der Luidl-Werkstatt: Allein im Landkreis Landsberg werden den Luidls an die 600 Skulpturen zugeschrieben.

Dass diese Zuordnungen nicht immer sicher sind, konnte in den Uttinger Kirchen gezeigt werden, wo gleich mehrere Heiligenfiguren mal als Werk von Vater Lorenz, mal von Sohn Johann Luidl oder sogar von ganz anderen Bildhauern beschrieben wurden. In der Leonhardskirche gelten heute die Tabernakelfiguren, ein Christus Salvator und ein Hl. Josef eindeutig als Arbeiten von Lorenz Luidl. In der Pfarrkirche konnten die Teilnehmer eine bemerkenswerte Verkündigungsgruppe mit Maria und dem Erzengel Gabriel aus der Hand von Vater Lorenz bestaunen.

Ein Hochfest für Luidl-Liebhaber bildete schließlich die Pfarrkirche von Oberfinning. Von den Figuren der Seitenaltäre über mehrere Skulpturen im Langhaus bis hin zur Ölberggruppe im Vorzeichen stammt fast der gesamte Figurenschmuck der Kirche von Lorenz Luidl. Zuletzt kam noch ein Hl. Antonius als Eremit aus der 1880 abgebrochenen Kapelle von Oberbeuern nach Oberfinning. Das monumentale Kruzifix in der Kirche gilt dagegen schon wieder als Werk des Sohnes Johann Luidl.

Die Exkursionen des Historischen Vereins auf den Spuren von Lorenz Luidl finden ihre Fortsetzung am 3. August mit einer Halbtagesfahrt nach Prittriching, Scheuring und Weil.

Die Exkursionsteilnehmer bei der Besichtigung der Uttinger Leonhardskirche. (Bild: Albert Thurner)

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag, 11. Mai 2019: Tagesfahrt mit Dr. Werner Fees- Buchecker zu Werken von Lorenz Luidl in Bayerisch - Schwaben nach Hiltenfingen, Schwabmünchen, Wehringen, Mickhausen, Ziemetshausen und Balzhausen:

Lorenz Luidl hat viele Werke im heutigen Bayerisch-Schwaben geschaffen, vor allem in Mittelschwaben. Wir besichtigten Kirchen und Kapellen in Hiltenfingen, Schwabmünchen, Wehringen, Mickhausen, Ziemetshausen und Balzhausen. Besonders stachen dabei die Figuren des Hochaltars in der frisch renovierten Frauenkirche Schwabmünchen (got. Bau mit Netzgewölbe im Chor) und der Anna-Altar der Pfarrkirche in Ziemetshausen (Bau 1688-94 von Johann Schmuzer und mit reichem Stuck, ebenfalls von Schmuzer ) hervor. In der hoch am Berg gelegenen Pfarrkirche in Mickhausen standen sowohl der Mesner als der Ortschronist bereit um uns die Luidlfiguren im Hochaltar und die Hl. Sippe am Seitenaltar zu erläutern. In Balzhausen rundeten noch weitere interessante Luidl-Figuren in der sonst geschlossenen Leonhardskapelle die Kenntnis des Werkes von Lorenz Luidl in Bayerisch Schwaben ab.

Foto: Josef Heilrath

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ostermontag, 22.04.2019: Emmausgang mit Dr. Werner Fees-Buchecker von Kaufering nach Epfenhausen

Der Emmausgang 2019 war ein Beitrag zum Gedenken an das 300. Todesjahr von Lorenz Luidl (+1719), von dem (und seinem Sohn Johann ) sich sehr viele Werke in der Pfarrkirche St. Johann in Kaufering befinden. Die Kirche wurde von Michael Natter erbaut mit erstrangigem Stuck von Johann und Josef Schmuzer. In der Kirche Mariä Himmelfahrt in Epfenhausen (erbaut 1715 durch Josef Schmuzer ) gab es außer wertvoller Barockausstattung viele Werke von Johann Luidl zu besichtigen. Sein Vater Lorenz steuerte die Ölbergfiguren in der Ölbergkapelle außen am Turm bei. Dank des herrlichen Wetters, das die Teilnehmer schon beim Wandern verwöhnte, konnte der Emmausgang im Biergarten des Gasthofs Brücke in Kaufering ausklingen.

vor der Kirche in Epfenhausen, Foto: Claudia Buchecker

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Montag, 08.04 2019 Mitgliederversammlung

Nach den Berichten der Vorsitzenden, dem Kassenbericht und dem Kassenprüfungsbericht, konnten heuer besonders viele Mitglieder für Ihr Vereinsjubiläum gehrt werden.

In ihrem Bericht hob Frau Knollmüller drei Veranstaltungen hervor:
1. Im Juni 2018 wurde in einem Festakt der sog. Verfassungsstein im Eng. Garten, der an die erste bayrische Verfassung von 1818 erinnert, wieder der Bevölkerung übergeben. Der HV hat sich dabei um die Restaurierung des Steins und seine Wiederaufstellung bemüht und gekümmert.
2. Die sehr beeindruckende Ausstellung unter der Trägerschaft des HV, die von Volker Gold, Franz Xaver Rößle und Wolfgang Schönfeld ausgedacht und zusammengestellt wurde, vom 13. bis zum 30. November 2018 im Alten Rathaus mit dem Titel „…unerwünscht“ 1938-Schicksalsjahr der Juden in Landsberg“.
3. Eine Freude für den HV war auch der Festabend Ende Januar 2019 zu Ehren des 80. Geburtstags von Anton Lichtenstern.
Der Mitgliederstand entwickelte sich weiter kontinuierlich nach oben: er betrug bei der Jahreshauptversammlung 770 Mitglieder

Ehrung langjähriger Mitglieder

Heuer können 15 Mitglieder 25-jährige, fünf vierzigjährige, zwei 50 jährige und Frau Ingrid Ludwig sogar 60 Jahre Vereinszugehörigkeit feiern (diese ist leider verhindert). Frau Knollmüller gratuliert für 50-jährige Treue zum Verein zuerst Herrn Heinrich Pflanz (Frau Gertrud Regele ist verhindert, ebenso wie die fünf vierzigjährigen Jubilare Hermann Endres, Anni Leber, Annemarie und Herbert Rist, und Franz Sepp) und dann für 25-jährige Mitgliedschaft Frank Blum, Elisabeth Bräuer, Georg Eberle, Joseph Escher ,Volker Gold, Maria Gutmann, Peter Kirndorfer, Brigitte Martini und Ruth Sobotta (hier sind Alois Epple, Werner Hemmrich, Thomas Herbst, Dietmar Pfaff, Christine Spring und Pfr. Martin Jung verhindert) und überreicht den Anwesenden eine Urkunde und ein Buchpräsent.

vlnr: Ingrid Lorenz, Volker Gold, Maria Gutmann, Brigitte Martini, Ruth Sobotta, Peter Kirndorfer, Heinrich Pflanz, Georg Eberle, Elisabeth Bräuer, Joseph Escher, Frank Blum, Sigrid Knollmüller / Foto: Max Unger
















Den Abschluss bildete ein Vortrag von Dr. Rainer Gottwald über „Goldblattkreuze – frühchristliche Glaubenszeichen der Alamannen und Bajuwaren“.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Freitag, 25.1.2019: Festabend im Rathausfestsaal Landsberg

Anlass der Feier war der 80. Geburtstag, den unser Ehrenmitglied Anton Lichtenstern im Dezember 2018 feiern konnte. Im Rahmen dieser Feier verlieh Professor Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine und des Verbandes Bayerischer Geschichtsvereine, die Ehrennadel des Verbandes der bayerischen Geschichtsvereine an Herrn Lichtenstern. Anton Lichtenstern ist seit über 50 Jahren Mitglied im Historischen Verein und war langjähriges Vorstand- und Beiratsmitglied. In vielen seiner Bücher und Schriften zu den unterschiedlichsten Themen aus Stadt und Landkreis hat er auch immer die Anliegen des Historischen Vereins vertreten. Seit Jahrzehnten publizierte er in den jährlich erscheinenden Landsberger Geschichtsblättern immer wieder Beiträge zu Besonderheiten aus Stadt und Landkreis. Bei diesem sehr gut besuchten Festabend brachten neben der ersten Vorsitzenden des Historischen Vereins, Sigrid Knollmüller auch Oberbürgermeister Neuner für die Stadt Landsberg und die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz für den Landkreis den Dank für sein langjähriges Wirken an Herrn Lichtenstern zum Ausdruck.

Im Anschluss daran stellte der Schriftleiter, Werner Fees-Buchecker, den Neuen Jahrgang der Landsberger Geschichtsblätter 2019 vor, für die in bewährter Weise Herr Claus Hager das Layout und die Bildbearbeitung übernommen hatte. Die vielen anwesenden Autoren bekamen dann die ersten Exemplare druckfrisch überreicht.

Professor Treml überreicht Anton Lichtenstern die Ehrennadel des Historischen Vereins Landsberg / Foto Susanne Greiner


jeweils von links: 1. Reihe: Gerhard Werthan, Franz Xaver Rößle, Volker Gold, Thomas Pfundner, Paul Jörg, Anton Lichtenstern / hintere Reihe: OB Mathias Neuner, Sigrid Knollmüller, Ruth Sobotta, Claus Hager, Harald Knoll, Werner Fees-Buchecker, Walter Eichner / Foto Susanne Greiner

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Samstag, 19. Januar 2019:

Krippenfahrt mit Dr. Werner Fees-Buchecker nach Schongau und Oberammergau

Bei unserer diesjährigen Krippenfahrt an einem herrlichen Wintertag mit viel Schnee organisierte die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau, Frau Heide Krauthauf, für uns in Schongau ein schönes Besichtigungsprogramm. Nach einer modernen Krippe in der modernen Kirche Verklärung Christi in Schongaus Weststadt, fuhren wir zur Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit Deckenfresken von Matthäus Günther und Stuck u.a. von Dominikus Zimmermann. Dort gab es eine große Jahreskrippe zu bestaunen deren Kernbestand an Figuren auf das 17./18. Jahrhundert zurückgeht. Beide Krippen erläuterten uns mit Herzblut die jeweiligen Krippenbetreuer und beide Kirchen fundiert Herr Stadtpfarrer Marxer, früher Pfarrer in Kaufering. Danach konnten wir noch das barocke Gebäude der heutigen Musikschule besichtigen mit Stuck von Josef Schmuzer und einem Fresko der Geburt Christi von F. Wassermann in der ehemaligen Hauskapelle. Oberammergau war und ist ein Zentrum der Krippenschnitzkunst. Im neugestalteten Oberammergauer Museum wurde diese mit besonders schönen Weihnachtskrippen, wie der ehem. Pfarrkirchenkrippe, durch eine sehr interessante Führung gezeigt. Auch in der wunderschönen Rokoko-Pfarrkirche ( 1737/42 durch Joseph Schmuzer erbaut ) gab es wieder eine vielfigurige Weihnachtskrippe zu sehen. Im Ort besichtigten wir noch mehrere der schönen Lüftlmalereien aus dem 18. Jahrhundert, wie am Pilatus- bzw. am Forsthaus, und vielen anderen Häusern.

Pilatushaus Oberammergau / Foto: Max Unger


Krippenfiguren im Museum Oberammergau / Foto: Max Unger


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Seitenanfang