Historischer  Verein  Landsberg  am  Lech  e.  V.
 

Aktuelles

Dienstag, 21. Januar 2020 19.30 Uhr Pfarrsaal Mariä Himmelfahrt LL:

Vortrag von Klaus Wankmiller: Lorenz Luidl (um 1645 – 1719)
Der große Landsberger Bildhauer starb vor 300 Jahren

Lorenz Luidl zählt zu den bedeutendsten Bildhauern im westlichen Oberbayern. Fünf Jahrzehnte lang lieferte er aus seiner Landsberger Werkstatt zahlreiche Figuren und Engel und prägte einen eigenen Stil. Lorenz Luidl ist das bedeutendste Mitglied einer weitverzweigten Bildhauersippe, die mangels Konkurrenz zu den produktivsten Bildhauerwerkstätten im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert im Großraum Landsberg zählt. Er hinterließ ein umfangreiches Oeuvre mit über 650 Einzelwerken. Seine Söhne Ferdinand, Stephan, Johann und Sebastian setzten das Schaffen ihres Vaters fort. Nach fast genau 100 Jahren musste die Bildhauerwerkstätte in Landsberger mangels Nachkommen geschlossen werden. Am 21. Januar 2020 referiert um 20 Uhr Klaus Wankmiller über das Leben des Landsberger Bildhauers und gibt einen Überblick über die wichtigsten Werke.

Ein Luidl-Engel mit den typischen kugelförmigen Knöpfe an den Ärmeln der Engelsgewänder

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Im Anschluss an den Vortrag werden die Landsberger Geschichtsblätter 2020 präsentiert und können von den Mitgliedern mitgenommen werden. Ab 22.1. sind die Geschichtsblätter dann in unserer Geschäftsstelle und im Landsberger Buchhandel erhältlich.

Der Inhalt zeigt sich heuer zweigeteilt.

Der erste Teil ist ohne bewusstes Zutun der Schriftleitung ein reiner „Barockteil“ geworden. Zum Abschluss des „Luidljahres 2019“ hält der Luidlkenner Herbert Wittmann eine „Luidlnachlese“ von Werken des Meisters Lorenz Luidl und seiner Söhne in Bayerisch-Schwaben. Klaus Wankmiller lenkt dankenswerterweise den Blick auf den gebürtigen Landsberger Bildhauer Ferdinand Luidl, der vor 350 Jahren geboren wurde und der dann ins Schwäbische, nach Hegelhofen bei Weissenhorn, auswanderte. Peter Gayer entdeckte mit viel Spürsinn unter Zuhilfenahme von italienischer Literatur die Signatur von Johann Baptist Baader und weitere Werke des Künstlers in einem Kloster in Rom, und Pater Winfried Mayr aus St. Ottilien beschreibt die Deckenfresken in seiner früheren Pfarrkirche Eching und der Filialkirche Beuern.

Der zweite Teil trägt dem Gedenkjahr „75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ Rechnung. Franz Xaver Rößle veröffentlicht die Erinnerungen der Landsbergerin Erna Kemeter (geborene Simon) an ihre Verfolgung als Jüdin in derNS-Zeit, die 1945 durch die Amerikaner aus ihrem Versteck befreit wurde. Franz Schneider schildert den Evakuierungsmarsch der KZ-Häftlinge durch Penzing in den letzten Kriegstagen 1945, wobei zwei Häftlinge entkommen konnten und von Schneiders Vater auf dem Hof versteckt wurden. Und Gerhard Roletscheck stellt den KZ-Friedhof in St. Ottilien vor, auf dem vor allem jüdische KZ-Opfer liegen, die ihre Befreiung auf Grund der Entbehrungen nicht lange überlebten.

Die Artikel von Franz Huster und Paul Jörg zeigen dann das militärische Geschehen des Kriegsendes in der Heimat. Weitere Artikel behandeln den Bau der Lech-Staustufe Kinsau 1919 (Anton Lichtenstern) und Neuerwerbungen des Neuen Stadtmuseums (Sonia Fischer).


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